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New Knowledge Versus Consensus — a Critical Note On Their Relationship Based On the Debate Concerning the Use of Barrel-Vaults in Macedonian TombsUniversity of Oslo, Norway, konstantinos.chilidis{at}iakh.uio.no Neues Wissen gegen Konsens — kritische Anmerkungen zu ihrem Verhältnis anhand der Diskussion um die Nutzung von Tonnengewölben in makedonischen Gräbern Konstantinos Chilidis Die Verknüpfung von Grab II in Vergina (Griechenland) mit Philip II entfachte eine Debatte über die Nutzung von Tonnengewölben in makedonischen Gräbern. Die bislang akzeptierte Theorie besagt, dass — da kein makedonisches Grab vor das letzte Viertel des 4. Jhs. v. Chr. datiert wurde — die Makedonier nach der Militärkampagne Alexanders des Großen Tonnengewölbe von den Persern kopiert hätten und daher Grab II einem späteren Zeitpunkt zugewiesen werden sollte. Nach intensivem Disput konnte diese Theorie durch aktuelle archäologische Daten widerlegt werden. Dieser Aufsatz untersucht die Art und Weise, mit der wir archäologisches Wissen von der Hypothese zu einer Theorie, die einen Konsens erbringen kann, strukturieren und wie nachfolgend dieser Konsens einen konservativen Einfluss auf die Erarbeitung neuen Wissens ausübt. Neuen Hinweisen, die anerkannten Theorien widersprechen, wird mit stärkerer Ablehnung begegnet, und sie werden mit höheren Ansprüchen auf einen Nachweis belegt. Verf. schlägt vor, dass das gleiche Maß an inhaltlicher Überprüfung auch für etablierte Theorien angewendet werden sollte, die keineswegs unveränderliche Abbilder der Realität, sondern auf konventionellem Wege geteiltes Gedankengut der Archäologen sind.
European Journal of Archaeology, Vol. 11, No. 1,
75-103 (2008)
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